Marko Košir | Nachhaltige Logistik mitgestalten

Die Logistikbranche befindet sich im Wandel. Neben den finanziellen Aspekten führt die zunehmende Besorgnis über Umweltverschmutzung dazu, dass Unternehmen zunehmend Luftverschmutzung, Lärm und Unfälle, die bei der Erbringung von Dienstleistungen entstehen, berücksichtigen müssen. Um die Auswirkungen der „Logistik“ auf die Umwelt zu reduzieren, suchen Unternehmen nach „grünen“ nachhaltigen Lösungen. Gemeinsam mit seinen Partnern ist der deutsche DB-Schenker-Konzern Vorreiter bei Innovationen in der Logistik. Wir haben mit Herrn Marko Košir, Leiter des Bereichs Landtransport bei Schenker d.d., über nachhaltige Logistiktrends und die aktuelle Situation in Slowenien gesprochen.

Die DB Schenker-Gruppe, zu der auch Schenker d.d. gehört, hat sich in ihrer Strategie eine Reihe von Zielen gesetzt, um (wieder) Vorreiter in Sachen nachhaltiges Wirtschaften zu werden. Das wichtigste Ziel ist die Reduzierung der CO2-Emissionen um 40 % (von 2006 bis 2030). Was sind die wichtigsten Schritte auf dem Weg dorthin?

Bei DB Schenker gibt es viele Innovationen, die zu einer nachhaltigeren Logistik beitragen. Derzeit die relevanteste ist sicherlich der erste CO2-freie kommerzielle Flug, der das Ergebnis einer erfolgreichen Partnerschaft mit Lufthansa Cargo ist. Der erste klimaneutrale Luftfrachtdienst führte von Frankfurt nach Shanghai und zurück nach Frankfurt. Die Resonanz war so gut, dass es unser regelmäßiger wöchentlicher Dienst geworden ist. Die jüngste der öffentlichkeitswirksamen Geschichten ist die Ankündigung einer komplett emissionsfreien Versorgung für den Vertrieb in allen größeren norwegischen Städten bis Ende 2021. Es begann mit dem Oslo City Hub, dem weltweit ersten umweltfreundlichen Verteilerzentrum, in dem alle Transporter elektrisch betrieben werden, und wird nun auf die anderen norwegischen Großstädte ausgeweitet. DB Schenker hat in eine neue Flotte investiert und nun rollen 25 zusätzliche Elektro-Lkw und -Transporter über die Straßen des Landes. Die Elektroflotte wird dann aus 42 Elektro-LKWs und fünf Elektro-Fahrrädern bestehen und zu einer deutlichen CO2-Reduzierung beitragen.

Sie haben gerade ein Projekt in Norwegen erwähnt. Was sind die aktuellen Probleme der Logistik in städtischen Zentren in Slowenien?

Ja, wir liegen in dieser Hinsicht noch hinter den fortschrittlichsten europäischen Zentren zurück, aber auch hier gibt es Anzeichen für eine Entwicklung in die richtige Richtung. Die Tatsache, dass die nachhaltige Logistik in Stadtzentren durch regionale und lokale Politiker unterstützt wird, die die Akteure dazu ermutigen, solche Projekte durchzuführen (es gibt immer mehr Beschränkungen für die Erreichbarkeit von Stadtzentren und die Art der Fahrzeuge), hilft sicherlich. Zwar handelt es sich im Moment noch eher um Einzelprojekte und experimentelle Modelle, aber ich glaube, dass sich diese bald stärker etablieren werden.

Was sind die wichtigsten Vorteile einer nachhaltigen Logistik und wie tragen Sie bei DB Schenker zu einer nachhaltigeren Logistik in Slowenien bei?

Es ist wichtig zu betonen, dass es sich bei nachhaltiger Logistik um ein sehr weit gefasstes Konzept handelt, das seine Prozesse unter bestimmten ökologischen, ökonomischen und sozialen Prinzipien ablaufen lässt und eine Vielzahl von Bereichen abdeckt. Sie zeigt sich durch den Einsatz von Fahrzeugen, die der aktuellen EURO 5-Norm entsprechen, d. h. den Einsatz von Fahrzeugen, die umweltfreundlichere Alternativen nutzen, wie z. B. unser neuer Elektrotransporter. Auch bei der Planung von Prozessen und Logistikwegen können wir einen großen Beitrag leisten, darin ist unser Team wirklich gut. Wir sorgen für die optimale räumliche Ausnutzung der geladenen Ladung, optimieren Fahrrouten, arbeiten mit bewährten Partnern zusammen, um die Fahrer in wirtschaftlicher Fahrweise zu schulen, kombinieren verschiedene Transporte (multimodale Lösungen und Verlagerung auf die Schiene, wenn der Kunde und die Art der Ware es zulassen). Bei der Neuanschaffung von Ausrüstung berücksichtigen wir immer den Umweltaspekt, genauso wie bei der Renovierung von Büros und Terminals. Wir schulen auch unsere Mitarbeiter in diesem Bereich und fördern als Arbeitgeber Initiativen wie Aufforstungskampagnen und Ähnliches.

Foto: Schenker d.d.

 

Für das Projekt der elektrischen Transporter haben Sie sich mit MAN Slowenien zusammengetan? Können Sie uns mehr über Ihre Zusammenarbeit erzählen?

MAN und DB Schenker bauen bereits auf globaler Ebene eine erfolgreiche Zusammenarbeit im Bereich der nachhaltigen Logistik auf (Sie werden von der Partnerschaft beim Platooning-Projekt gehört haben) und wir freuen uns, dass wir nun auch lokal zusammenarbeiten. Bei Schenker arbeiten wir gerne mit Partnern zusammen, die unsere Werte teilen, und im Team von MAN Slowenien haben wir wirklich die richtigen Leute gefunden. Anfang Mai haben wir den Elektrotransporter in Ljubljana eingeführt und unter dem Slogan „The sound of clean delivery“ auf die Lärmbelastung in den Innenstädten aufmerksam gemacht.

Abschließend geben Sie uns doch bitte noch Ihre Meinung zur Zukunft der nachhaltigen Logistik.

Ich glaube, dass das, was wir heute unter „grüner Logistik“ verstehen, in Zukunft nur noch Logistik sein wird. Die Innovationen und Trends von heute werden zu den Geboten und Praktiken von morgen. Und das zu Recht. Wir alle müssen uns nicht nur unserer Auswirkungen und der Verantwortung, die wir gegenüber der Umwelt und der Nachwelt haben, bewusst sein, sondern auch entsprechend handeln. Wir werden uns weiter von der Denkweise entfernen, dass der Preis nur ein finanzieller Aspekt ist, und uns als Gesellschaft mehr mit dem Begriff eines Preises vertraut machen, den wir nicht zu zahlen bereit sind, d. h. Klimawandel, Umweltverschmutzung, Lärm usw. In diesem Sinne wird die Logistik, wie andere Wirtschaftszweige auch, weiterhin nach Lösungen suchen, die wirtschaftliche, soziale und ökologische Ziele in Einklang bringen. Ich freue mich, Teil eines Unternehmens zu sein, in dem ich solche Lösungen für die Zukunft mitgestalten kann.

Marko Košir: „Ich glaube, dass das, was wir heute unter „grüner Logistik“ verstehen, in Zukunft nur noch Logistik sein wird. Die Innovationen und Trends von heute werden zu den Geboten und Praktiken von morgen. Und das zu Recht. Wir alle müssen uns nicht nur unserer Auswirkungen und der Verantwortung, die wir gegenüber der Umwelt und der Nachwelt haben, bewusst sein, sondern auch entsprechend handeln.“

Interview: Anja Slekovec