{"id":1745,"date":"2024-04-18T13:44:30","date_gmt":"2024-04-18T13:44:30","guid":{"rendered":"https:\/\/ahkblog.si\/?p=1745"},"modified":"2024-04-23T09:55:19","modified_gmt":"2024-04-23T09:55:19","slug":"interview-bojan-brezan-schoenherr-rechtsanwaelte-slowenien-anwaelte-bleiben-menschlich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ahkblog.si\/de\/business-know-how-de\/interview\/interview-bojan-brezan-schoenherr-rechtsanwaelte-slowenien-anwaelte-bleiben-menschlich\/","title":{"rendered":"Interview: Bojan Bre\u017ean, Sch\u00f6nherr Rechtsanw\u00e4lte Slowenien | Anw\u00e4lte bleiben menschliche Wesen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter wp-image-1735 size-large\" src=\"https:\/\/ahkblog.si\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/schoenherr__brezan_bojan_ldsc_3B_blog_background-1024x540.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"338\" srcset=\"https:\/\/ahkblog.si\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/schoenherr__brezan_bojan_ldsc_3B_blog_background-1024x540.jpg 1024w, https:\/\/ahkblog.si\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/schoenherr__brezan_bojan_ldsc_3B_blog_background-300x158.jpg 300w, https:\/\/ahkblog.si\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/schoenherr__brezan_bojan_ldsc_3B_blog_background-768x405.jpg 768w, https:\/\/ahkblog.si\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/schoenherr__brezan_bojan_ldsc_3B_blog_background-1536x809.jpg 1536w, https:\/\/ahkblog.si\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/schoenherr__brezan_bojan_ldsc_3B_blog_background-24x13.jpg 24w, https:\/\/ahkblog.si\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/schoenherr__brezan_bojan_ldsc_3B_blog_background-36x19.jpg 36w, https:\/\/ahkblog.si\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/schoenherr__brezan_bojan_ldsc_3B_blog_background-48x25.jpg 48w, https:\/\/ahkblog.si\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/schoenherr__brezan_bojan_ldsc_3B_blog_background.jpg 1708w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/p>\n<p>Sch\u00f6nherr Slovenija ist eine Niederlassung der Sch\u00f6nherr Rechtsanw\u00e4lte GmbH, einer internationalen Rechtsanwaltskanzlei mit Sitz in Wien, die seit mehr als 20 Jahren auf dem slowenischen Markt pr\u00e4sent ist. Neben Slowenien hat Sch\u00f6nherr B\u00fcros und Country Desks in 17 weiteren mittel- und osteurop\u00e4ischen L\u00e4ndern. Mit ihrem internationalen Netzwerk an B\u00fcros bietet die Kanzlei ihren Mandanten lokale und grenz\u00fcberschreitende Rechtsberatung und Zugang zu einem breiten Spektrum an Experten und Wissen.<\/p>\n<p>Bojan Bre\u017ean ist Experte f\u00fcr Wirtschaftsrecht, M&amp;A und Streitbeilegung sowie Co-Managing Partner der slowenischen Niederlassung, den wir in diesem Beitrag vorstellen.<\/p>\n<h3><strong>Herr Bojan Bre\u017ean, vielen Dank f\u00fcr Ihre Zusammenarbeit. Als langj\u00e4hriges Mitglied des Teams haben Sie viele Ver\u00e4nderungen in der Kanzlei selbst miterlebt. K\u00f6nnen Sie uns etwas \u00fcber die aktuellen Trends sagen, mit denen sich Ihre Kanzlei auseinandersetzt?<\/strong><\/h3>\n<p>Ich danke auch Ihnen vielmals. Grunds\u00e4tzlich kann man sagen, dass der slowenische Markt f\u00fcr Rechtsdienstleistungen immer ausgefeilter wird. Dies ist auf die st\u00e4ndig zunehmende Regulierung zur\u00fcckzuf\u00fchren, die haupts\u00e4chlich von der EU vorangetrieben wird, sowie auf die Pr\u00e4senz ausl\u00e4ndischer Investoren und Dienstleistungsanbieter auf unserem Markt. Um angemessen handeln zu k\u00f6nnen, ist ein hohes Ma\u00df an Spezialisierung erforderlich.<\/p>\n<p>Inhaltlich haben wir in letzter Zeit u. a. eine Zunahme von Sammelklagen und den wachsenden Einfluss des (EU-)Verbraucherrechts erlebt. Dadurch kommt es zu Rechtsstreitigkeiten, die sachlich und logistisch \u00e4u\u00dferst anspruchsvoll sind sowie immer gr\u00f6\u00dfere Anwaltsteams erfordern. Zugleich bem\u00fchen sich die verbrauchernahen Unternehmen verst\u00e4rkt darum, dass ihre Gesch\u00e4fte mit der immer detaillierteren und damit weniger transparenten Gesetzgebungen \u00fcbereinstimmen.<\/p>\n<p>Auch in Bezug auf die Energiewende gibt es einen klaren Trend. Die zunehmende Regulierung in diesem Bereich besch\u00e4ftigt bereits viele Unternehmen in unserem Land und wird sich in naher Zukunft noch intensivieren.<\/p>\n<h3><strong>Die Energiewende oder gr\u00fcne Transformation sind auch ein Thema, das wir bei der AHK sehr aktiv verfolgen. Mit welchen Herausforderungen ist Ihre Kanzlei in diesem Bereich konfrontiert?<\/strong><\/h3>\n<p>Die gr\u00fcne Transformation ist ein gro\u00dfes Thema in der Wirtschaft, daher ist es nat\u00fcrlich auch ein gro\u00dfes Thema in unserer Kanzlei. Die Fragen, die sich dabei stellen, sind sehr vielf\u00e4ltig. Sie umfassen die Nachhaltigkeitsberichterstattung im Rahmen der Richtlinie zur nicht-finanziellen Berichterstattung (NFRD) und der inzwischen wesentlich erweiterten Richtlinie \u00fcber die Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen (CSRD), die gr\u00fcne Finanzierung, die Problematik des Greenwashings und viele andere Themenbereiche. Wir verfolgen auch sehr aufmerksam die Einf\u00fchrung der neuen Richtlinie \u00fcber die Sorgfaltspflicht von Unternehmen im Bereich der Nachhaltigkeit (CSDDD), die bereits eine Reihe von Fragen aufwirft, u. a. in Bezug auf die treuh\u00e4nderischen Pflichten der Unternehmensleitung. Nach der neuen Richtlinie m\u00fcssen Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer auch die Folgen ihrer Entscheidungen in Bezug auf die Nachhaltigkeit ber\u00fccksichtigen, wenn sie ihrer Pflicht nachkommen, zum Wohle des Unternehmens zu handeln. Au\u00dferdem werden sie f\u00fcr die Einf\u00fchrung und \u00dcberwachung von Sorgfaltsma\u00dfnahmen in den Bereichen Menschenrechte und Umwelt zust\u00e4ndig sein.<\/p>\n<p>An dieser Stelle m\u00f6chte ich auch erw\u00e4hnen, dass Sch\u00f6nherr im Mai in Warschau eine gro\u00dfe internationale Konferenz zum Thema \u201cGoing Green\u201d organisiert. Die Konferenz wird Experten aus der MOE-Region zusammenbringen, um M\u00f6glichkeiten und Herausforderungen der gr\u00fcnen Transformation zu diskutieren und vorbildliche gr\u00fcne Praktiken auszutauschen. Die Mitglieder der Deutsch-Slowenischen Industrie- und Handelskammer sind dazu herzlich eingeladen.<\/p>\n<h3><strong>Einer der Arbeitsschwerpunkte Ihrer Kanzlei ist M&amp;A bzw. der Kauf und Verkauf von Unternehmen. Wie entwickelt sich dieser Bereich und wie ist das aktuelle wirtschaftliche Klima?<\/strong><\/h3>\n<p>In den letzten 15 Jahren, seitdem ich in diesem Bereich t\u00e4tig bin, hat sich viel ver\u00e4ndert. Im Wesentlichen handelt es sich um bew\u00e4hrte Praktiken, die sich direkt auf dem Markt entwickeln. Dabei geht es darum, die Effizienz zu maximieren und die Kosten zu optimieren sowie gleichzeitig einen hohen Qualit\u00e4tsstandard aufrechtzuerhalten. Due-Diligence-Berichte sind nicht mehr wie ein Telefonbuch, sondern eher eine sorgf\u00e4ltig ausgearbeitete Liste relevanter Erkenntnisse mit einem L\u00f6sungsvorschlag, wie man sie im Rahmen der Transaktion behandeln kann. Unter den Anwaltskanzleien, die in diesem Bereich t\u00e4tig sind, hat sich ein spezielles\u00a0<em>Know-how<\/em>\u00a0entwickelt, das es uns erm\u00f6glicht, zu erkennen, welche Aspekte verhandelt und welche vorausgesetzt werden. Nat\u00fcrlich gibt es auch in diesem Bereich immer mehr Regulierungen, die st\u00e4ndig verfolgt werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Das derzeitige Wirtschaftsklima ist f\u00fcr M&amp;A nicht gerade g\u00fcnstig. Der Hauptgrund ist derzeit das nach wie vor hohe Zinsniveau, das die Transaktionsaktivit\u00e4t vor allem bei institutionellen Anlegern und Private-Equity-Fonds hemmt. Dennoch gehen Branchenkenner davon aus, dass sich dieser Trend in der zweiten H\u00e4lfte dieses Jahres wenden wird.<\/p>\n<h3><strong>In letzter Zeit wird immer h\u00e4ufiger \u00fcber den Einsatz von k\u00fcnstlicher Intelligenz gesprochen, die viele Wirtschaftsbereiche revolutionieren soll. Werden Anw\u00e4lte durch Computer ersetzt?<\/strong><\/h3>\n<p>Nat\u00fcrlich nicht. Aber k\u00fcnstliche Intelligenz wird die Art und Weise, wie wir juristische Dienstleistungen erbringen, tiefgreifend ver\u00e4ndern, bzw. sie tut es bereits. In unserer Kanzlei sind wir uns dessen sehr bewusst. Wir haben eine eigene Abteilung f\u00fcr Rechtstechnologie, die st\u00e4ndig neue Tools pr\u00fcft und testet, die sowohl f\u00fcr uns Anw\u00e4lte als auch unsere Mandanten n\u00fctzlich sind. Gemeinsam mit IT-Experten haben wir auch mehrere eigene Tools entwickelt, die wir seit einigen Jahren sehr effektiv einsetzen, z. B. bei M&amp;A-Transaktionen.<\/p>\n<p>In letzter Zeit haben wir uns vor allem auf Tools der generativen k\u00fcnstlichen Intelligenz fokussiert, die bei der Automatisierung von Prozessen wie dem Entwurf und der Analyse juristischer Dokumente, der Erfassung und Formulierung juristischer Informationen und der Erstellung effizienter Arbeitsabl\u00e4ufe Hilfe leisten. Wir beteiligen uns aktiv an der Testphase neuer gro\u00dfer Sprachmodelle, die auf Anw\u00e4lte ausgerichtet sind.<\/p>\n<p>Der gemeinsame Kernpunkt beim Einsatz von KI ist jedoch stets der Faktor Mensch. Tools k\u00f6nnen sehr hilfreich sein, doch der Anwalt muss eine Schl\u00fcsselrolle bei der Kontrolle und Beurteilung der Ergebnisse dieser Tools \u00fcbernehmen. Anw\u00e4lte bleiben menschliche Wesen, zumindest noch eine Zeit lang.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sch\u00f6nherr Slovenija ist eine Niederlassung der Sch\u00f6nherr Rechtsanw\u00e4lte GmbH, einer internationalen Rechtsanwaltskanzlei mit Sitz in Wien, die seit mehr als 20 Jahren auf dem slowenischen Markt pr\u00e4sent ist. Neben Slowenien hat Sch\u00f6nherr B\u00fcros und Country Desks in 17 weiteren mittel- und osteurop\u00e4ischen L\u00e4ndern. 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